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Impressum / © 2020 Andreas Wieland

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Wenn sie läuft und läuft, die unerschöpfliche Ironie, und das Ende der Leine nicht erahnen kann, weil nie daran gedacht, bis es dann doch kommt und sie in einem Ruck zurückschleudert, zurückschleudert an ihre Ausgangslage, an den Beginn ihrer Entfaltung und dies nur, oder eigentlich, der Ansprache zur Verständigung wegen. Dann, erkennt sie sich wieder in ihrer Existenz, in ihrem Tun. Erbarmungslos gekontert von der Leine, vom einen Ende der Leine, von dessen Existenz sie nichts wusste, oder in weiter Ferne wähnte, dieses Ungewisse allerdings schon mehrmals beim Namen nannte, einfach so, der Erleichterung wegen. Spätestens nach dem Ruck findet sie ein passendes Wort hierfür, und entlarvt somit in gewissem Sinne das Ferngeglaubte, nämlich die Reaktion des Elements oder der Elemente am anderen Ende, dessen oder deren wahrhafter Name. Der sichere Hafen, entnommen vieler Behauptungen und aufgedrängt dem Sein, welcher erbarmungslos die Rückfahrt erzwingt und einmal mehr Position einnimmt. Der Klarsicht wegen. Und wie sie dann so dasitzt, aufgestützt das Kinn in doppelsinniger Ironie und ungewollter Gesellschaft, das Taschentuch übers Gesicht gebreitet, um das abzudecken, was eine Zeitlang als verschollen galt, denkt sie auch schon wieder einer weiteren Entfaltung nach. Unerlässlich muss erst die bittere Erfahrung an einer Kette zu liegen vergessen werden, dann gibt es weder Kette noch Leine, folglich auch kein Ende, welches in schamlosem Hochmut und Ignoranz, das Maß der Dinge zu sein versucht. Welches man aus Furcht vor einem unerwarteten Ruck, dem Ruckzurück an den Punkt der Entfesselung, nie aus den Augen verlieren sollte. Und doch, nur ohne diese Angst kann eine gesunde und barrierefreie Selbstbestimmung, ein natürliches und somit gerechtfertigtes Bedürfnis danach, gelebt werden, weiß die Ironie, und dies zu jedem Augenblick.

 

Was soll sie denn anderes tun, als dieser seltsam erdachten Schicksalssynchronie, frisch beschlagen entgegen zu schaukeln? Um mit dosierter Zunahme graziöser Schaukelbewegungen, die Abnahme unfreiwilliger Vorschriften zu erreichen? Bis man wieder fest im Sattel sitzt. Vorkehrungen zusammen wischt und zu einem biologisch abbaubaren Haufen kehrt. Pistole, Gin und Pillen im Schuhkarton einlagert und diesen mit „Nachlass“ beschriftet. Schuhkarton im Sein, und der Ironie bester Freund, kann es sich nicht leisten, die Illusion zweier Enden weg zu denken, falls er merkt, dass er sich das Alter einfacher und schöner vorgestellt hatte. Die Pistole auf den Anfang gerichtet, auf die vorbeschriftete Verwandlung freien Denkens, die Ginflasche im Hamsterrad der Gesellschaft eine reziproke Kreuzigung darlegt und somit einen festen Platz in der Berichterstattung, und dies über den Tellerrand hinaus, erhält. Und schon steht sie, die Ironie, wieder vor vorgehaltenem Spiegel, welcher leider nicht nur ihr Wesen, sondern noch viel schärfer die nun gestraffte, die überhaupt existierende Leine in Erinnerung ruft, und überdies das akkurat vorsorglich bereitgestellte Korbgeflecht wiederspiegelt, in welches die Ironie, die Fähigkeit zur Ironie, mit Hohn als asozialer Fremdkörper hinein, auf eine stabile Unterkonstruktion fallen soll. Eine Locke wird man ihr dann abschneiden wollen von ihrem goldenen Haupt, für die Trophäensammlung und als Beweis, dass es ein Ende gibt und Anfang und Ende in fester Hand bleiben, fest geschnürt der kugelsichere Schuhkarton, als stabilisierender Einflussfaktor.

Ihrer natürlichen Begabung zuzuschreiben, müsste vorhin erwähnter Ironie phrenologisch betrachtet ein weiteres Hirnareal zugesprochen werden, ein Anhängsel sozusagen, ein Fortsatz, etwas, der ohnehin engen Struktur innerhalb des Schädels massiv Fortführendes, ähnlich blühender Geranienkisten, welche in luftigen Höhen an den Balkonen der Häuser hangen, und somit nicht nur den Balkon, oder die Balkone, sondern gleichzeitig auch jedes einzelne Zimmer im Rauminnern vergrössern. Eine Exklave gewissermaßen. Oder Enklave, je nach Standpunkt des Betrachters und des zu betrachtenden Elements. Demnach etwas nur sehr schwer einer Folgerichtigkeit Zuzuordnendes, sicher jedoch ist, dass man sich nicht zu begierig über eine Brüstung lehnen sollte, wenn man an ein Ende glaubt, an das verruchte Ruckzurück, an die widersprüchlichen Sicherheiten von Kette und Leine. Naja, wenn die einen Kohlen nagen, finden die andern am Kuchen Behagen, das war schon immer so, die Ironie trifft da keine Schuld. Viel wahrscheinlicher lassen sich solch elementarische Phänomene einer Vererbung zuordnen. Einer epigenetischen Weitergabe unseres Erzeugerspektrums, einer kulturellen und interdisziplinären Hinterlassenschaft. Eine sexuelle Reproduktion, der Geschlechtsakt ist demnach unumstritten dem Sarkasmus zuzuordnen, den Voll- und den Nichtvoll-Verben zuzuschreiben, je nach Verhältnis zum Objekt. Fest steht, dass wenn sich zwei finden, in direktester Form der Streit zwischen Ironie und Sarkasmus entfacht wird.

 

Und somit Anfang und Ende bereits vorbestimmt sind, da sonst jegliche Form einer Leine unnütz wäre und diese verbindliche Kette in ihrer Hybris lediglich einen heillosen Unsinn zu bedeuten hätte. Das Versmaß als solches, aber auch als Gegenstand der Ironie, wäre somit verloren.

Das. fantasische. Schaukkelpferd

oder

Die größe eines Pferdeapfels

Beitrag 2017 - N.d.s.T.

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Schaukkelpferd