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Hillbilly County

Digital

Hillbilly County

Erschienen im Oktober 2013

Ein Bericht, 110th Verlag

chichili agency

Ebook, ca. 43 Seiten

Wie man sich bettet...

Es galt herauszufinden, was die Leute dieser Region in ihre missliche Lage brachte und vor alledem, warum sie sich dabei als ungeschlagen schlau vorkamen.

Das Leben, so sagte ich mir, ist viel zu wichtig, um es ernst zu nehmen. Wie hätte ich sonst, ohne diese tröstende Erkenntnis, meiner Sachlage als Beobachter, als Augen- und Ohrenzeuge örtlichen Geschehens standhalten können? Als Homo novus und Sterngucker? Als Korrespondent einer anderen Welt? Hier, in dieser Einöde kreativen Ausdrucks?

Nicht die Unterschiede vom Urbanen zum Ländlichen werden hier dargestellt, sondern Beobachtungen über Menschen, die sich in ihrer eigenen Verstrickung am sichersten fühlen, solange dies in einem schon fast unerklärlichen Kollektiv geschieht. Und tatsächlich kann man hier schon beinahe von einem gewissen Machtpotenzial sprechen, auch wenn nur ganz am Rande.

Beobachter und Berichterstatter. Ein Korrespondent. Er kommentiert, was andere nicht aussprechen. Was sie mit sich selbst bereden. Freie Gedanken. Narrativ notiert.

Auszug

Once upon a time… An dieser Stelle könnte ich Ihnen die Geschichte über einen strammen Schulschwänzer und sein Ei des Kolumbus erzählen. Etwas über fette und über magere Jahre, über ein emotionelles Syndikat unausgesprochener Herkunft und über den Urstoff, aus welchem Legenden entstehen. Und genau das werde ich jetzt tun.

 

Seit jeher wollte ich nie ein Held sein. Nein. Viel lieber beobachtete ich die Welt in mir und um mich, übte mich in Gelassenheit und überließ das überstrapazierte Hamsterrad des Triumphes all jenen, die sich vom Ersatzspieler zum Matchwinner aufsteigen sehen wollten. Meine einzige Profilierungsneurose bestand darin, kategorisch diktierten Wertevorstellungen auf den Grund zu gehen. Natürlich ließ sich bei dieser Art Arbeit nicht ganz ausschließen, dass ich mir damit auch gleich ein eigenes Gehege im Zoo reservierte. Doch sagte bereits im Jahre 1784 Immanuel Kant dazu: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Und da ich mir die Zukunft in gesellschaftlich hochgehaltener Form nicht finanzieren wollte, fing ich damit an, über Steh- und Sitzplätze zu schreiben, dies vermochte ich, ebenso gut wie das Aushalten des Schriftsteller-Daseins. So. Und damit Sie es wissen; wenn ich von mir spreche, meine ich mich. Ich. Aber nicht nur. Ich meine auch Sie und die anderen. Sie und ihn. Die Anderen eben. Somit wäre das ungeformte Denken überwunden. So ist das heute! Unbeeinflusst! Unverwässert! Der gute Beobachter!